Marillen-/Aprikosenkompott selbstgemacht



Es ist Hochsommer, das Obst an den Bäumen reift und jetzt im Juli sind die Marillen (österreichisch) / Aprikosen (deutsch) an der Reihe.
Als Kind habe ich sehr gerne das selbstgemachte Aprikosenkompott gegessen, das meine Mutter gemacht hat. Das ging sehr einfach und gerade im Winter, wenn das Obst im Laden Mangelware war (heute kann man auch Melone im Dezember kaufen!) waren wir froh, einfach in den Keller zu gehen und sich Glas eingeweckte Aprikosen zu holen.

Heute zeige ich Euch, wie man diese Leckerei selber machen kann. Bitte, lest das bis zum Ende, bevor Ihr anfängt :-)

Das braucht ihr:
Einweckgläser, ideal sind die um 0,3 L Größe (ich habe ausgediente Marmeladengläser von Darbo, die haben ideale Größe), Deckel für Gläser mit 3-4 Ersatzdeckel*
Aprikosen, möglichst frisch und fest, nicht überreif 
Kristallzucker
Wasser

Weiter benötigt ihr:

Verschiedene Schüssel, Nudelsieb zum Abtropfen, kleines Messer, Küchenrolle, großen Teller, saubere Geschirrtücher, Handtücher, Wasserbehälter, Dampfgarer (wer´s hat, wer nicht dann Backofen)

Und so geht's:

Oberstes Gebot ist die Hygiene (!) d. h., saubere Hände, Fingernägel,  Arbeitsplatz und alle Arbeitsgeräte die Ihr nehmt.

Zuerst werden die Gläser vorbereitet - gut waschen und auskochen um Keime zu töten. Ich nutze mein Dampfgarer und beim Programm "Fläschchen desinfizieren" kann ich meine vorher gewaschene Gläser keimfrei machen. (Wer kein Dampfgarer hat, macht es im großem Kochtopf. Die Gläser hineinstellen, dürfen sich nicht berühren, mit Wasser füllen (Topf und Gläser) und zum Kochen bringen und ca. 10 Minuten schwach kochen.) Dann vorsichtig herausnehmen und auf ein sauberes Geschirrtuch stellen. Genauso müssen die Deckel keimfrei gemacht werden.


Jetzt werden die Aprikosen vorbereitet. Ich habe ca. 3,5 kg gehabt. Gekauft habe ich sie in Kittsee auf dem Hauptplatz.

Es waren 5 kg, aber auch Marillenkuchen musste her :-)
Nach dem man die zu weiche oder beschädigte Aprikosen aussortiert hat, werden die guten zuerst gewaschen. Danach noch kurz abtropfen lassen in einem großem Nudelsieb und dann halbiert und entkernt. Halbieren lassen sie sich gut in der Rille entlang der Marille :-)


ein Teil der halbierten und entkernten Aprikosen
Nun werden die Hälften in die Gläser geschichtet. In mein Glas passten ca. 14-15 Hälften. Werden aber nicht bis zum obersten Rand gefüllt, sondern es muss ca. 3 cm von oben Luft bleiben.


Jetzt bekommt jedes Glas 2-3 EL Kristallzucker. Es mag zu viel scheinen, aber die Aprikosen sind ziemlich sauer und brauchen Zucker. Ich habe so 2,5 leicht gehäufte EL zugegeben, da ich feinen Kristallzucker hatte. Bei grobem Zucker würde ich die 3 gehäufte EL zugeben.


Der nächste Schritt ist, die Gläser mit frischem kalten Wasser zu füllen. In mein Glas paßte ca. 120 - 150 ml Wasser. Auch hier darf das Wasser nicht bis zum Rand, sondern wieder die ca. 2 cm frei lassen. Ich habe eben den "Glashals" frei gelassen.


Jetzt werden die Ränder gesäubert, damit der Deckel richtig haftet. Ich habe es mit feuchtem Küchenrollenpapier abgewischt.


Nun können die Gläser zugeschraubt werden. Ich drehe die Deckel erstmal freihand fest zu, danach nochmal vorsichtig mit meinem Hilfsgerät (ich weiß nicht wie es heißt)


Nicht zu heftig drehen, sonst kann passieren, daß der Deckel verdreht. Verdrehte Deckel sofort aussortieren und *einen neuen nehmen (eben dazu braucht man Ersatzdeckel).
Verschlossene Gläser wandern jetzt in den Dampfgarer (nicht von alleine, ich mußte sie hineinstellen). Sie dürfen sich nicht berühren und werden mit dem Programm "Einkochen" ca. 20-30 Min sterilisiert.
Ohne Dampfgarer geht es auch im Backofen bei Umluft 80°C. Die Gläser werden auf einen tieferen mit Zeitungspapier ausgelegten Backblech gestellt, so daß sie sich nicht berühren, und dann das Blech mit kaltem Wasser ca. 3-4 cm hoch füllen.
Gut zu erkennen, ob die richtige Zeit um ist und ob die Gläser heraus dürfen, ist ein Zeichen, wenn kleine Luftbläschen im Glas inneren hoch steigen, dann kann man Backofen ausschalten.
Dampfgarer schaltet nach Programmende automatisch ab.
Die Gläser nun vorsichtig nach und nach herausnehmen (sie sind sehr heiß), und auf ein vorbereitetes sauberes Handtuch verkehrtherum hinstellen. Wieder gilt, die Gläser dürfen sich nicht berühren.

Der Zucker löst sich bis zum nächsten Tag auf.
Dann mit anderem Handtuch zudecken. Und so zugedeckt bleiben sie bis zum nächsten Tag in Ruhe.

schön eingepackt, schlafen sie jetzt :-)
Am nächsten Tag werden die Gläser kontrolliert ob die Deckel jetzt richtig halten. Da macht man mit dem Finger einen Drucktest in dem man in den Deckel in der Mitte hineindrückt. Wichtig, bei jedem Glas!


Ist es fest und der Deckel gibt nicht nach, hat es geklappt und das Glas ist richtig eingekocht und haltbar. Gibt der Deckel aber nach, gibt es zwei Möglichkeiten. Eine ist, der Deckel hat zwar nachgegeben (es kam ein Knackgeräusch) aber springt nicht zurück, so ist es ebenfalls fest und haltbar (wir haben nachgeholfen). Die zweite Möglichkeit, der Deckel gibt nach (ein Knackgeräusch) und springt zurück (wieder ein Knackgeräusch), so können wir noch ein paar Stunden warten, ob es noch eingezogen wird. Wenn der Deckel nicht mehr eingezogen wird und weiterhin knackt, ist das Glas leider nicht richtig eingekocht, was aber nicht bedeutet, daß man es wegwerfen muß. Solche Gläser werden eben im Kühlschrank aufbewahrt und dann innerhalb von 2-3 Wochen verzehrt.

Es sind 14 Gläser geworden. Ich könnte es jetzt schon essen! :-)
Habt ihr dazu Fragen, so schreibt es, bitte, in den Kommentar. Ansonsten wünsche ich euch

viel Spaß beim Einkochen

und im Winter guten Appetit!

Andrea :-)

Kommentare

  1. lecker, lecker und wann kommt das Kuchenrezept ??

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    1. Mein lieber Frank,
      das Rezept ist schon vorbereitet und wartet nur noch auf die nächste Marillezeit.

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